Sonntag, 7. November 2010

Schnaufende Nüstern und Hufgetrappel


Ja, ich gebe es zu, obwohl ich seit über 15 Jahren in Bayern lebe, bin ich eine "Ungläubige". Zwar war ich vor vielen Jahren mal katholisch, doch weder hat irgendeine Religion in meiner Kindheit zu irgendeiner Zeit eine Rolle gespielt, noch kann ich mich daran erinnern, an einer Relegionsstunde in der Schule jemals wirklich aktiv teilgenommen zu haben.
Es sollte also niemanden verwundern, dass für mich am Samstag das wirklich Entscheidende an der Leonhardifahrt in Bad Tölz die Pferde waren. Die Leonhardifahrt ist eine Prozession zu Pferde, die einmal jährlich zu Ehren des heiligen Leonhard zu Limoges (6. Jh.) an seinem Gedenktag, dem 6. November, unter anderem in Bad Tölz stattfindet.
Das für mich wirklich Beeindruckende war also die Tatsache, dass die 80 wunderschön geschmückten Vierergespanne, die da in einem Affenzahn den kopfsteingepflasterten Berg durch die Tölzer Fußgängerzone brettern, ganz wie früher üblich, auch heute noch mit Eisen beschlagene Räder haben. Dazu dann die riesigen Kaltblüter, die mit wehenden Mähnen, klappernden Hufen und mit vor Anstrengung schnaubenden Nüstern, diese Vieregespanne ziehen, und einem Stadtkind wie mir gehen wirklich die Augen über.

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