Es hätte so schön sein können...

Gogol Bordello in der Tonhalle
 Dienstag Abend in der Tonhalle im ehemaligen Kunstpark Ost. Nachdem wir im Sommer in Rudolstadt ein grandioses Konzert der amerikanischen Band Gogol Bordello gesehen hatten, konnten wir uns das Konzert in München natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Dachten wir zumindest.

Kann man Konzertveranstalter eigentlich auf Schadensersatz verklagen? Das, was wir da in der Tonhalle vorgesetzt bekommen haben, erinnerte akkustisch zwar irgenwie noch entfernt an die New Yorker, war aber defenitiv nur mit Ohrstöpseln zu ertragen (und das sicher nicht auf Grund seiner Lautstärke). Tanzbarer, mitreissender Gypsy-Punk mutierte zu einem Klangbrei aus dumpfen Bässen und kreischenden Höhen. Ist der Beruf des Toningenieurs etwa inzwischen ausgestorben? Oder ist die Akkustik in der Tonhalle derart grottenschlecht, dass auch der beste Toningenieurs da nichts mehr machen kann. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, da geh ich nicht mehr hin.

Einzig positiver Nebeneffekt, ohne meine Ohrstöpsel hätte ich mir in der komplett überfüllten Konzerthalle mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eine saubere Mittelohrentzündung geholt. Aus der auf vollen Touren laufenden Lüftung blies den ganzen Abend erbarmungslos ein eiskalter Lufstrom auf uns feierwillige Konzertbesucher herab. Mein erster Ärger über die riesige Schlange vor der einzigen und absolut winzigen Garderobe, hat sich also schnell in große Dankbarkeit verwandelt. Hätte ich eine Chance bekommen meine Jacke abzugeben, wäre ich schlicht und einfach erfroren.


 Doch wir haben uns den Spaß nicht verderben lassen. Auch wenn sich da jemand echt Mühe gegeben hat.  Die Mädels hinter der Bar waren gottlob fitter als der Konzertveranstalter. Und schließlich mußten wir auch einfach tanzen um warm zu bleiben. Trotzdem liebe Münchner: ein Gogol Bordello Konzert kann noch sehr viel geiler sein.