Suchbild mit acht Menschen und eine Warnung fürs Leben - Ein Gastbeitrag vom Fischer

Nachdem mein Hasenfußgen mich auch weiterhin hartnäckig davon abhällt die schwindelnden, nur durch ein  Stahlseil gesicherten Höhen der hiesigen Bergwelt zu erklimmen, übernimmt der Fischer momentan innerhalb unserer Familie den Part des Gipfelstürmers alleine. Schön, dass es so wunderbare Freunde wie die liebe Angi gibt, die bereit sind meinen höhentollen Göttergatten auf seinen, für mich leider immer noch schwindelerregenden, Abenteuern zu begleiten. Mir ist momentan einfach mehr nach sicherem Boden unter den Füßen. Um Dir aber das herrliche Bergpanorama unserer wunderschönen bayerisch/österreichischen Berge nicht vorzuenthalten, gibt es an dieser Stelle einen exklusiven Gastbeitrag vom Fischer:


Suchbild mit acht Menschen und eine Warnung fürs Leben
Ein Gastbeitrag vom Fischer

Vorletztes Wochenende waren Extrembergsteigerin Angi und ich auf dem Berchtesgadener Hochthron. Sehr steiler Anstieg 2 ½ Stunden, 600m Klettersteig mit 400HM in praller Sonne, sehr steiler Abstieg 3 ½ Stunden – alles zusammen, inkl. kurzem Schläfchen am Gipfel („Power Napping!“) 9 Stunden.
Wer jetzt denkt „Wow, das hätte ich nie geschafft!“ - ging mir ähnlich. Nicht mit dem Denken, aber mit dem (fast) nicht schaffen ...


Zur Einstimmung ein kleines Bild der Wand. Beeindruckend, nicht wahr?
Noch beeindruckender: auf dem Bild sind acht Menschen zu sehen. Solche Suchbilder werden auch Wimmelbilder genannt, auf diesem aber wimmelt nichts, nur der Berg schweigt und droht – und so soll es ja auch sein:
 Auflösung des Rätsels:
Man erahnt nun die Proportionen … Pro gefundenem Menschen gibt es übrigens einen Punkt. Erzielte Punkte bitte in den Kommentaren angeben!

Ein ganz besonderes Schmankerl bildeten das Schnee- und Geröllfeld vor dem Einstieg – ein Schritt vor, 2/3 zurück, pralle Sonne, schön steil, das übliche eben – und natürlich:

Die Randkluft … Ein Wort, das ich noch nie in meinem Leben gehört hatte. Die Höhle im Hintergrund war ungefähr kopfhoch. Und durch die Randkluft war der Einstieg nicht direkt zugänglich, man musste erstmal ungesichert klettern.

Das ist der Einstieg, mit Randkluft und der kleinen roten Angi:

 
So sieht das dann etwas weiter im Klettersteig aus. Rechts ganz weit unten erkennt man die Randkluft. Und wieder haben sich drei kleine Menschlein im Bild versteckt.

Blick in die Gegenrichtung - Angi triumphierend, auf mich wartend:

 Das ist der Ausstieg aus dem Klettersteig, kurz unterhalb des Gipfels:

In der Mitte sieht man das Schneefeld und rechts oben den „Scheibenkaser“ – eine (Diese Worte gehören nicht zu meinem normalen Wortschatz, aber man kann es nicht anders sagen!) unfassbar entzückende Sennerhütte, mit Sennerin samt Enkelkindern, Skiwasser, Bier und natürlich:
Die Hütte besteht zu mehr als der Hälfte aus Kuhstall, an den Schlafzimmer und Küche direkt anschließen und Geruch und fingerdicke Bremsen mit ihm teilen. Als wir Mittags im Anstieg dort vorbei kamen hatten sich all die schlauen Kühe vor der prallen Mittagssonne dort hinein geflüchtet, was einen sehr lustigen Anblick bot: durch die schmale Stalltür war nur eine einzige komprimierte, muhende, wedelnde Kuhmasse zu erkennen.

Eine überraschende Erkenntnis brachte der Tag dann auch noch: Der Trend zum so-gut-wie-Nacktwandern ist ungebrochen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Ich habe da Fotos …
Die Kühe wirkten zwar bestenfalls milde beeindruckt, für menschliche Weibchen mit Radlerhosenfetisch hingegen ist der Berchtesgadener Hochthron ein ganz, ganz heisser Tipp!

Zum Abschluss noch wie angekündigt die Warnung fürs Leben, ein Schild aus dem Verlauf des Klettersteiges - ein Schild, das m.E. in keinem Kreissaal fehlen sollte:

Berchtesgadener Hochthron (1972 m - Berchtesgadener Alpen)
Schwierigkeit Klettersteig: Stellen C/D, meist um C - selten leichter. 
Anfahrt von München aus: A 8 Richtung Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall – Bischofswiesen – Berchtesgaden – Marktschellenberg.