Die Bavaria. - Eine Möglichkeit, die Welt mal mit anderen Augen zu sehen.



Die Bavaria, die auf Grund ihrer Größe durchaus eindrucksvolle, in Bronze gegossene, Patronin der Bayern und ein ziemlich guter Platz zum Leute schauen.

 Leute schauen, ich gebe es zu, ist eine meiner erklärten Lieblingsbeschäftigungen in lauen Sommernächten oder an sonnigen Sonntagnachmittagen. Und damit bin ich sicher nicht allein, nehme ich an. Nun, was soll ich sagen, auf den Stufen vor der Bavaria, an der Hangkante zur Theresienwiese, ist diesbezüglich wirklich was geboten. Vom reiseführergelenkten Münchentouri, über den bis an die Grenze des Komischen hippen Bewohner eines der neuerdings wahnsinnig angesagten angrenzenden Stadtvierteln, bis zur den Dackel gassiführenden Oma, auf den Stufen der Bavaria findet der neugierige Beobachter ein wunderbares Potpourri interessanter Münchenbewohner.

Für alle Nichtmünchner, oder alle, die im Heimatundsachkundeunterricht oft krank waren und/oder geschlafen haben, dürfen hier an dieser Stelle ein paar geschichtliche Fakten, natürlich auch nicht fehlen:

Errichtet wurde die Bavaria, die weibliche Symbolgestalt und weltliche Patronin der Bayern zusammen mit der Ruhmeshalle, in den Jahren 1843-1850 im Auftrag von König Ludwig I. vom deutschen Architekten Leo von Klenze. Die mit einer Höhe von 18,52 m absolut kolossale Bronzestatue wurde zunächst vom Bildhauer Ludwig Michael von Schwanthaler nach griechisch-antiken Vorbilder und entsprechend der Vorstellungen von Leo von Klenzes entworfen, und letztendlich dann vom Münchner Erzgießer Ferdinand von Miller aus vier Teilgüssen (Kopf, Brust, Hüfte, untere Hälfte und Löwe) und diversen montierten Kleinteilen erbaut.
Alles in allem also ziemlich beeindruckend die Dame, würde ich sagen.
Aber wirklich das Beste, und zweifelsohne der wahre Grund warum ich als Kind, die leider viel zu seltenen familiären Sonntagsausflüge zur Bavaria absolut geliebt habe: Die Bavaria ist innen hohl und man kann rein gehen. Über eine Wendeltreppe im Inneren der Statue gelangt man in den Kopf zu einer Plattform mit zwei bronzenen Sitzbänken. Und dort durch vier Sichtfensterchen hat man dann einen Blick über die Theresienwiese und die umgebenden Stadtviertel. Als Kind war ich dabei jedesmal der felsenfesten Überzeugung, in diesem Moment die Welt mit den Augen der Bavaria zu sehen.




Goetheplatz/Isarvorstadt, eines der an die Bavaria angrenzenden und neuerdings sehr hippen Münchener Stadtviertel. Wie erklärte uns ein absolut niedlicher Junghipster kürzlich so inbrünstig: Der Goetheplatz hat einfach den richtigen Flavour :-).



Frühlingsfest auf der Theresienwiese. Eine der in Zwischenzeit unzählichen Möglichkeiten, auch außerhalb der Wiesnsaison das bei Neumünchnerinnen gar so beliebte Pseudodirndl der Marke "Leicht entflammbar" auszuführen.



Wer den Sonntagnachmittag lieber aktiv, statt  mit Gucken verbringen möchte. Auf der Theresienwiese am Fuße der Bavaria ist reichlich Platz zum Rollerbladen, Skateboarden und Drachensteigen lassen.



Ich habe den Nachmittag ganz faul und entspannt mit in der Sonne sitzen und Leute beobachten verbracht. Nur der Herr Fischer wurde zum Arbeiten genötigt. Einer mußte ja schließlich das gute Licht zum Fotografieren meiner Schmetterlingsohrhänger nutzen.



Ohrhänger Silver Butterfly, Silber