Dienstag, 15. Oktober 2013

Schön war's...

Vierzehn Tage tagtäglich, jeden Morgen aufs Neue. Gewaltige, in die verschiedensten Trachten oder was auch immer ihnen in den inzwischen unzähligen, wie Pilze aus dem Boden schießenden, bahnhofsnahen "Trachtenläden" dafür verkauft wurde, gekleidete Menschenmassen, überfluten meinen heimischen U-Bahnhof. Und machen diesen für jeden nicht feierfreudigen Wiesngänger zu Stoßzeiten praktisch unbenutzbar. Unzählige, anscheinend an chronischer Blasenschwäche leidende, meist männliche Passanten, die immer wieder gerne das von Herrn Fischer so liebevoll vor unser Schlafzimmerfenster gepflanzte Bäumchen "gießen". Diverse, gerne aus dem nahen Münchner Umland angereiste, Oberschlaumeier, die sich selbst jedes Jahr aufs Neue vor Ort davon überzeugen müssen, ob an dem Gerücht, dass es in der Münchner Innenstadt in der Nähe der Theresienwiese wirklich keine Parkplätze gibt, auch tatsächlich was wahres dran ist...

Ihr seht schon, für jemanden der nur ein paar Minuten vom größten Volksfest der Welt entfernt wohnt, sind die zwei Wochen kollektive Bierseligkeit, die jedes Jahr anlässlich des Oktobefestes in München ausbrechen, nicht immer unbedingt ein Grund zum Feiern. Wobei ich da gleich hinterherschieben möchte, dass ich im Großen und Ganzen gar nichts gegen die Wiesn habe. Schaue ich selbst doch auch ganz gerne Mal auf eine Maß oder ein halbes Hendl vorbei. Nur auf den ein oder anderen Besucher könnte ich persönlich ganz gerne verzichten.



Auf jeden Fall ist es jetzt für dieses Jahr mal wieder geschafft. Sämtliche Australier, Chinesen, Japaner und wo sie nicht alle herkamen, hatten offensichtlich rechtzeitig ihren Kater ausgeschlafen und haben wohlbehalten den Flieger gen Heimat bestiegen. Und auch aus den hintersten Ecken hat ein magenstarker Held inzwischen die letzten Kotzepfützen gewischt. Jetzt ist es an der Zeit die etwas größeren Teile wegzuräumen.



In sämtlichen Ecken der Theresienwiese wird geschraubt, gewerkelt und geschrubbt.



Geisterbahnen, Achterbahnen, Autoscooter und all die anderen Fahrgeschäfte werden in die abenteuerlichsten Einzelteile zerlegt.


























Sogar das 50m hohe Riesenrad, von dem aus man bei gutem Wetter einen wunderschönen Blick über das trunkene Treiben hat, wird in transportable Stücke zerlegt. Riesenradmonteur, für mich und mein Hasenfußgen genau der richtige Job. Grusel.



Ohrstecker Filigree 1 aus geschwärztem 925er Silber
























Als kurzes Fazit der letzten Wochen bleibt mir an dieser Stelle eigentlich nur noch zu sagen: Schön war's schon. Aber noch schöner is, dass jetzt wieder vorbei is. Das Oktoberfest.




Kommentare:

  1. "... Passanten, die immer wieder gerne das von Herrn Fischer ... gepflanzte Bäumchen "gießen"."

    Versucht hat er's - und dann ist er gerannt, der Italiener.
    Ob die Hose noch offen war und ob noch etwas heraus baumelte war von hinten allerdings nicht zu erkennen.

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  2. Und die Hälfte der Schausteller ist jetzt wohl hier in Bremen mit dem Aufbau beschäftigt. Jeden Tag fahren mehr Laster mit bunten Stahlträgern und tausenden Glühbirnen vorbei. Obwohl - das norddeutsche Steiger-Riesenrad ist sogar 60m hoch. Ob mich mein Mann wie im letzten Jahr wieder auf eine romantische Tour einläd?
    LG
    Cynthia, die die Höhe erträgt, wenn genug zum Festhalten da ist.

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  3. Hi Cynthia,

    das ist ja nett, dass Du hier auf einen Kommentar vorbeischaust. Und Du hast völlig recht. Bzw. ich bin mir ebenfalls ziemlich sicher, dass die Schausteller einfach von einem Abbau zum nächsten Aufbau weiterreisen. Und ein guter Teil wird da sicher bei euch in Bremen gelandet sein. Ich wünsche dann mal viel Spaß beim Riesenrad fahren. Zusammen mit dem Liebsten, womöglich noch bei Sonnenuntergang, ja da würde sogar ich mein Hasenfußgen bezwingen und mich für eine romantische Rundfahrt in schwindelnde Höhen begeben. Also solange ganz sicher ist, dass mich ganz oben dann niemand zum Aussteigen zwingt ;-).

    Lieben Gruß in den Norden,
    Verena

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  4. Na klar, ohne Aussteigen! Bis jetzt bin ich auch auf dem Boden geblieben - Aber schön ist trotzdem:
    http://schmuckburg.blogspot.de/2013/10/nachtlichter-1013-der-duft-nach.html
    Ich bin ein bisschen euphorisch - und das mir, die ich immer so gegen das Oktoberfest gewettert habe. Tztz, was die Liebe so alles vermag...

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Lieber Leser,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich werde ihn schnellst möglich freischalten.
Viele Grüße,
VB