Schön war's...

Vierzehn Tage tagtäglich, jeden Morgen aufs Neue. Gewaltige, in die verschiedensten Trachten oder was auch immer ihnen in den inzwischen unzähligen, wie Pilze aus dem Boden schießenden, bahnhofsnahen "Trachtenläden" dafür verkauft wurde, gekleidete Menschenmassen, überfluten meinen heimischen U-Bahnhof. Und machen diesen für jeden nicht feierfreudigen Wiesngänger zu Stoßzeiten praktisch unbenutzbar. Unzählige, anscheinend an chronischer Blasenschwäche leidende, meist männliche Passanten, die immer wieder gerne das von Herrn Fischer so liebevoll vor unser Schlafzimmerfenster gepflanzte Bäumchen "gießen". Diverse, gerne aus dem nahen Münchner Umland angereiste, Oberschlaumeier, die sich selbst jedes Jahr aufs Neue vor Ort davon überzeugen müssen, ob an dem Gerücht, dass es in der Münchner Innenstadt in der Nähe der Theresienwiese wirklich keine Parkplätze gibt, auch tatsächlich was wahres dran ist...

Ihr seht schon, für jemanden der nur ein paar Minuten vom größten Volksfest der Welt entfernt wohnt, sind die zwei Wochen kollektive Bierseligkeit, die jedes Jahr anlässlich des Oktobefestes in München ausbrechen, nicht immer unbedingt ein Grund zum Feiern. Wobei ich da gleich hinterherschieben möchte, dass ich im Großen und Ganzen gar nichts gegen die Wiesn habe. Schaue ich selbst doch auch ganz gerne Mal auf eine Maß oder ein halbes Hendl vorbei. Nur auf den ein oder anderen Besucher könnte ich persönlich ganz gerne verzichten.



Auf jeden Fall ist es jetzt für dieses Jahr mal wieder geschafft. Sämtliche Australier, Chinesen, Japaner und wo sie nicht alle herkamen, hatten offensichtlich rechtzeitig ihren Kater ausgeschlafen und haben wohlbehalten den Flieger gen Heimat bestiegen. Und auch aus den hintersten Ecken hat ein magenstarker Held inzwischen die letzten Kotzepfützen gewischt. Jetzt ist es an der Zeit die etwas größeren Teile wegzuräumen.



In sämtlichen Ecken der Theresienwiese wird geschraubt, gewerkelt und geschrubbt.



Geisterbahnen, Achterbahnen, Autoscooter und all die anderen Fahrgeschäfte werden in die abenteuerlichsten Einzelteile zerlegt.


























Sogar das 50m hohe Riesenrad, von dem aus man bei gutem Wetter einen wunderschönen Blick über das trunkene Treiben hat, wird in transportable Stücke zerlegt. Riesenradmonteur, für mich und mein Hasenfußgen genau der richtige Job. Grusel.



Ohrstecker Filigree 1 aus geschwärztem 925er Silber
























Als kurzes Fazit der letzten Wochen bleibt mir an dieser Stelle eigentlich nur noch zu sagen: Schön war's schon. Aber noch schöner is, dass jetzt wieder vorbei is. Das Oktoberfest.